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Fake News fordern uns Journalisten heraus

Wissenschaft und Journalismus basieren auf Vertrauen: Vertrauen darauf, dass korrekt und fair gearbeitet wird und die richtigen Schlüsse gezogen werden. Angestachelt von einer ganzen Kaste von Politikern entzieht ein wachsender Teil der Bevölkerung beiden Institutionen das Vertrauen, hält gefälschte News für mindestens so plausibel wie echte. Wie lässt sich das Vertrauen wieder herstellen? Was können wir dazu beitragen?

Serge Schmemann von der New York Times nannte im März am UNESCO Colloquium “Journalism under fire: challenges of our time” drei Punkte. Erstens, dass wir unser Handwerk gut machen: Fair berichten, Quellen gut prüfen, dem Zeitdruck widerstehen. Zweitens: Fakten noch besser checken als bisher, wie es US-Fact-checking Webseiten mit jeder von Trumps Reden machen. Drittens: Junge Menschen im Umgang mit Medien schulen, damit sie den Wahrheitsgehalt des Gelesenen beurteilen können. Fake News seien nicht das Problem, sondern ein Symptom der Krise: Dem Absacken der journalistischen Qualität wegen Zeit- und finanziellem Druck. Und womöglich mangelt es den Medien an Offenheit, fügte Ginna Lindberg vom Schwedischen Rundfunk hinzu: “Eine Vielfalt von Stimmen sollte in unseren Medien gehört werden.”*

*Einige Videos des Colloquiums sind auf Youtube zu finden.

22.06.2017

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