Evolutionäre Medizin

15.11.2016 14:00 16.11.2016 19:00
Berne
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Stéphane Praz

Evolutionäre Medizin: Mit Darwins Prinzipien Krankheiten verstehen

Schmerzende Weisheitszähne, enge Herzkranzgefässe, ein schmaler Geburtskanal und eine Speiseröhre, die sich mit der Luftröhre kreuzt – der Mensch ist alles andere als perfekt “designt”. Doch vieles ergibt Sinn im Lichte evolutionärer Prozesse: Hunderttausende von Jahren als Jäger und Sammler haben unseren Körper geprägt.

Heute leben wir in einer radikal anderen Welt. Welche Folgen das für unsere Gesundheit hat, dafür interessiert sich die evolutionäre Medizin. Das Forschungsfeld wurde vor genau 25 Jahren von Randolph Nesse und George Williams mit ihrem Aufsatz “The Dawn of Darwinian Medicine” begründet.

Erstmals betrachteten die beiden Forscher die menschliche Gesundheit durch eine evolutionäre Brille. Anstatt sich nur zu fragen, wie unser Körper funktioniert und was uns krank macht, gelte es auch zu verstehen, warum uns die natürliche Selektion zu so verletzlichen Wesen geformt hat.

Heute widmet sich die Evolutionsmedizin vielfältigen Fragen – und liefert oftmals überraschende Antworten. Haben die hohen Östrogenwerte heute lebender Frauen etwas mit der Zunahme von Brustkrebs zu tun? Ist die Tuberkulose wegen den Höhlenfeuern unserer Vorfahren entstanden? Wie hat sich das Genom des Pesterregers über die Jahrhunderte verändert?

Unser Gesundheitsseminar zeigt, welche Erkenntnisse der neue Forschungszweig gebracht hat und diskutiert deren Nutzen im medizinischen Alltag. Mit Randolph Nesse konnten wir einen der Mitbegründer der Evolutionären Medizin als Referenten gewinnen. Ebenfalls dabei sein werden Frank Rühli, renommierter Schweizer Vertreter der Disziplin, und weitere internationale Referenten, darunter Grazyna Jasienska von der Jagiellonen-Universität Krakau und Gillian Bentley von der Universität Durham.

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