Wissenschaft sollte nicht bloss erklären

05.09.2017
Von Eduard Kaeser veröffentlicht auf NZZ

Wissenschaftsskepsis gab es schon immer, doch ist heute Google sei Dank jeder selber Experte genug, um es besser zu wissen. Gegen die «Epidemie der Gewissheit» hilft, wenn Wissenschaft auch erzählt.
Eine kognitive Krankheit geht um: gefühltes Wissen. Auffallendes Symptom: Man ist überzeugt, etwas zu wissen, weiss es aber im Grunde nicht. Truthiness nennt sich das im Englischen. Besonders wild verbreitet sich das gefühlte Wissen im Netz, in den unzähligen Foren, wo im Brustton der Überzeugung übelster Mist verzettelt wird. Der Neurobiologe Robert A. Burton diagnostizierte schon 2008 eine «Epidemie der Gewissheit».

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